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Rezidivrisiko nach erstem unprovozierten Anfall vorhersagen

Status
Planung
Koordination
Prof. Dr. Katja Menzler
Kontakt
Prof. Dr. Katja Menzler
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Hintergrund

Die Lebenszeitprävalenz für einen einmaligen epileptischen Anfall liegt bei etwa 10 %. Nach aktuellen Diagnosekriterien kann bereits nach einem ersten Anfall eine Epilepsiediagnose gestellt werden, wenn das Rezidivrisiko innerhalb von 10 Jahren über 60 % liegt. Neben epileptogenen Läsionen im MRT und epilepsietypischen Potenzialen im EEG ist die Identifikation weiterer Faktoren zur Abschätzung des Rezidivrisikos klinisch von großer Bedeutung.

Ziele

Die Studie untersucht, ob durch Quellenlokalisation und Konnektivitätsanalyse im Routine-EEG Parameter identifiziert werden können, die mit einem erhöhten Rezidivrisiko einhergehen. Langfristig soll auf dieser Basis ein Algorithmus zur Vorhersage des Rezidivrisikos innerhalb des ersten Jahres nach dem ersten Anfall entwickelt und extern validiert werden.

Methoden

Retrospektiv werden Routine-EEGs von Patient:innen nach einem ersten epileptischen Anfall untersucht. Es erfolgen funktionelle EEG-Konnektivitätsanalysen sowie die Extraktion graphentheoretischer Parameter unter Nutzung der Open-Source-Python-Pakete MNE und NetworkX. Anschließend soll ein Vorhersagealgorithmus für das Rezidivrisiko innerhalb des ersten Jahres nach dem Anfall trainiert werden. Perspektivisch ist eine Validierung mit externen Daten vorgesehen.

Teilnahme

Für eine Teilnahme ist die Übertragung von Erstanfalls-Routine-EEGs im EDF-Format erforderlich. Zusätzlich sollen Alter und Geschlecht, der Zeitpunkt des EEGs nach dem Anfall, Informationen über einen Rezidivanfall innerhalb der ersten 12 Monate sowie Angaben zur ASM-Behandlung in den ersten 12 Monaten übermittelt werden.